Tipps für inklusive Medienprojektarbeit

Wir haben einige Punkte und Fragen aufgelistet, die für uns in der bisherigen Projektarbeit wichtig waren.  Die Auflistung verbürgt keine Vollständigkeit, denn je nach Gruppe und individuellen Fertigkeiten bedarf es weiterer Klärungen.


Klärung des Inklusionsbegriffs

Ein wichtiger Schritt ist es, dass die beteiligten Fachkräfte klären, was sie unter „Inklusion“ verstehen und welche Konsequenzen sich daraus für ihre Arbeit ergeben. Ein Ergebnis dieser Klärung sollte es sein, eigene Annahmen offen zu legen, Unterschiede zu diskutieren und sich in Grundfragen zu einigen.


Planung der Projektarbeit

Die gemeinsame Arbeit in heterogenen Gruppen verlangt einige Zeit und Aufwand, die immer von vornherein in die Planung einbezogen werden muss.  In Gesprächen mit Verantwortlichen (z.B. Förderlehrer, Betreuer, Sozialarbeiter, Integrationshelfer), die die Teilnehmer kennen und mit ihnen in anderen Kontexten zusammenarbeiten, müssen Fragen geklärt werden.

Wo sind die Grenzen der eigenen Möglichkeiten, um ein inklusives Medienprojekt sinnvoll durchzuführen?

Was ist das Ergebnis der Gruppenarbeit, wie soll es erreicht werden? Wie werden die Kinder oder Jugendlichen einbezogen und können ihre eigenen Ideen einbringen (Partizipation, Offenheit)?
Wie ist danach die Gruppe zusammenzusetzen? Ist eventuell die geplante Gruppengröße zu reduzieren? Welche verantwortlichen Personen sollen oder müssen bei der Gruppenarbeit anwesend sein und welche Rolle sollen sie spielen? Ist der Arbeitsbereich gut zugänglich, wird unterstützende Technik oder weitere Hilfen gebraucht? Gibt es weitere begleitende Arbeitstreffen, um eventuell etwas zu verändern?

Die Arbeit hat sich an den individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten zu orientieren. Was soll in der Gruppe verlangt werden, wo bestehen Gefahren einer individuellen Über- oder Unterforderung? Wie können angemessene Hilfen aussehen? Können medienpraktische Übungen prinzipiell von jedem/r gemacht werden?


Reflexion auf eigene Sichtweise

Die Projektmitarbeiter sollten ihre Sicht-  und Herangehensweise selbst hinterfragen (z.B. in eigenen Treffen). Wo bin ich mir unsicher? Habe ich Erwartungen oder sogar Vorurteile, die ich nicht bemerkt habe? Benutze ich Etikettierungen, Bezeichnungen, die abwertend sein können? Wo und wie kann ich helfend andere unterstützen, ohne selbst überfürsorglich zu sein?


Herstellung eines „guten“ Gruppenklimas

Kennen sich die Gruppenteilnehmerinnen und -teilnehmer? Haben Sie Möglichkeit, sich in der Gruppe vorzustellen? Welche Möglichkeiten gibt es dazu? Gibt es Diskriminierungen, abwertende Sprüche, die man aufzeigen und in der Gruppe behandeln muss?


Filmequipment

Bei einer aktiven Medienprojektarbeit stellt sich natürlich auch die Frage der technischen Ausstattung. Was kann ich tun, wenn ich selbst nicht über eine Filmkamera, einen Schnittrechner oder eine entsprechende Schnittsoftware verfüge?
Als erster Schritt kann geschaut werden, ob die Medienausstattung der Jugendlichen selbst nutzbar gemacht werden kann. Filmfähige Smartphones oder Tablets der Jugendlichen könnten so für die praktische Medienarbeit genutzt werden. Alternativ können Landesmedienanstalten und Offene Kanäle in der näheren Umgebung angesprochen werden. Meist bieten diese – zum Teil auch kostenlos – die Nutzung ihres Equipments und ihrer Ausstattung an und stehen auch bei Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung.


Möglichkeiten der Präsentation

Es sollte schon in der Planungsphase gedacht werden, dass die Projektergebnisse anderen präsentiert werden können. Wie können die Kinder oder Jugendlichen sich und ihre Arbeit zeigen, ohne überfordert zu werden? Wer wird zu der Veranstaltung eingeladen (z.B. Eltern, Freunde, Gleichaltrige)?

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