Videoschnitt mit dem iPad

Thema: offen (Vorschlag: Ein ganz normaler Tag)

Ziel: Erstellung Filmclips mit Hilfe der App iMovie
(Vorab-Tipp: Falls Sie noch nie mit der App gearbeitet haben, finden Sie hier eine kleine Einführung (auf englisch): https://www.youtube.com/watch?v=-9kH0hydW-M und auch eine auf deutsch: https://www.youtube.com/watch?v=6oUCfN4MWzQ )

Zielgruppe: Jugendliche ab 13 Jahren

Zeit: min. 12 Stunden, 6 Treffen à 2 Stunden

Pädagogische Ziele:

  • Aufbereitung von gesellschaftlich relevanten Themen
  • Erprobung der Arbeit in heterogenen Gruppen
  • Erwerb von Kompetenzen im Umgang mit iPad
  • Analyse und Kritik von Medien und deren Nutzung
  • Information zu  Themen: Urheber- und Persönlichkeitsrechte
  • REflexion zum Thema Inklusion

Gruppengröße: max. 5 Jugendliche pro Tablet

Anzahl der benötigten Projektmitarbeiter: mindestens 2, bestenfalls eine Betreuungskraft pro iPad-Gruppe

Equipment: iPad, zusätzliches Ansteckmikro für das Pad, Plakate oder Flipchart-Bögen, Textmarker, Laptop (bestenfalls Macbook), Internetzugang, Projektor

Vorbereitung: Absprachen mit Kooperationspartnern besonders in Bezug auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer, Auswahl der Gruppe (in Kooperation mit Projektpartner), Auswahl der Projekträumlichkeiten, Einverständniserklärungen (Bildrechte müssen bei Eltern eingeholt werden)

Nachbereitungszeit:  Keine, da der Film am Tablet fertig bearbeitet und veröffentlicht werden kann.


1. Treffen

Zu Beginn einer jeden Medienprojektarbeit ist es wichtig, dass sich die Gruppe etwas näher kennenlernt. Um ein Mindestmaß an Vertrauen herzustellen, was nötig ist, da sich die Jugendlichen durch die Arbeit vor der Kamera auch in besonderer Weise exponieren, sollten also immer Kennenlern-Übungen stehen, die dieses Vertrauen entstehen lassen. Dies ist wichtig sowohl in inklusiven als auch in homogenen Gruppen.
Da es im Projekt ja um Medien geht, ist es zunächst wichtig die eigene Mediennutzung zu analysieren und zu beurteilen. Dazu kann eine weitere Übung gemacht werden. Es werden erstmals alle Medien gesammelt, die Jugendliche nutzen (Fernseher, Computer, Handy, Tablet, Radio, Buch, Computerspiele, etc.). Die Ergebnisse werden auf selbstklebenden Moderationskarten festgehalten. An der Tafel befestigt wird mit den Jugendlichen eine Hierarchie erstellt. Dabei müssen die Medien, die für sie am wichtigsten sind ganz nach oben und die weniger wichtigen nach unten.

[! Optional: Es werden Kompetenzteams gebildet (2-5 Teilnehmer/innen), die jeweils zu einem Medium eine Mind-Map erstellen und diese beim nächsten Treffen vorstellen.]

Um die Vorkenntnisse der Teilnehmer noch besser zu analysieren kann eine kurze Selbsteinschätzung eingebaut werden. Es ist für die Durchführung des Projektes allerdings unerheblich, ob jemand schon einmal eine Schnittsoftware bedient hat oder gerne Fotos bearbeitet. Allerdings können diese Vorkenntnisse im Verlauf der Projektarbeiten eingebunden werden.

Download:

 

2. Treffen – 3. Treffen

Einführung Filmtechniken: Zu jedem Filmprojekt gehört Anfangs die Beschäftigung mit dem Thema Kameraeinstellungen und Perspektiven. Zu Einführung empfehle ich ein Youtube-Video und die entsprechenden Arbeitsblätter. Ein Merkblatt kann den Jugendlichen helfen die verschiedenen Einstellungsgrößen nicht zu vergessen. Nach der Einführungseinheit sollte jeweils in Gruppen eine Übungseinheit erfolgen. Die Jugendlichen sollen zu jeder Einstellungsgröße und jeder Perspektive mindestens ein Video drehen. Dafür sollten maximal 20 min. eingeplant werden. Ist anschließend genügend Zeit und ein Macbook vorhanden, können die Ergebnisse direkt angeschaut und analysiert werden.

In diesem Treffen sollte man zum Thema überleiten, welches man behandeln möchte.
Dies kann natürlich frei gewählt werden, als Beispiel gebe ich das Thema „Inklusion“ vor.


Thematischer Exkurs „Inklusion“

Man kann ins Thema kurz mithilfe eines Videos einsteigen (siehe Arbeitsblätter im Downloadbereich). Wenn man den Begriff geklärt hat und die verschiedene Situationen identifiziert hat, in denen Menschen mit Behinderungen Schwierigkeiten oder gar Ausgrenzung ausgesetzt sein können, stellt man den Jugendliche die Aufgabe einen ganz normalen Tag in ihrem Leben nachzuvollziehen. Anschließend soll man sich in einer Übung in die Lage eines Menschen mit einer bestimmten Einschränkung hinein versetzen. Wie erlebt er diese Dinge? Kann er auch all das machen, was ich tue?
Nun soll ein typischer Tag in kleinen Sequenzen als Film zusammengestellt werden. In einer inklusiven Gruppe können die Jugendlichen mit einer Einschränkung die Hauptrolle übernehmen und somit aus erster Hand erzählen und vor der Kamera agieren.

Oder aber Jugendliche ohne Einschränkung stellen ihren Alltag dar und unterbrechen die jeweilige Handlung immer dann, wenn z.B. jemand mit einer bestimmten Einschränkung eine bestimmte Handlung nicht ohne Hilfe machen könnte (banales Beispiel: Einkaufen für jemanden, der gar nicht oder nur sehr schlecht sehen kann). Dann könnte beispielsweise ein Jugendlicher mit der entsprechenden Einschränkung als Experte im Interview auftreten auftreten und berichten, wie er schwierige Situationen meistert.

Hat man eine Filmidee, mit der jeder einverstanden ist, folgt nun die Konkretisierung des Filmes. Um die Kreativität der Jugendlichen nicht zu beschneiden, werden zunächst alle Ideen in einem Brainstorming an Tafel oder Pinnwand aufgenommen. Anschließend wird entschieden, ob die Ideen umsatzbar sind und in die Dramaturgie des Filmes passen. Es ist ganz normal, dass nicht jede Idee umgesetzt werden kann, aber sofern der Selektionsprozess gemeinsam in der Gruppe geschieht, fühlt sich niemand zurückgesetzt.

Um für die gemeinsamen Dreharbeiten eine Grundlage zu schaffen wird nun ein Storyboard erstellt. Im Storyboard wird der Film Einstellung für Einstellung aufgezeichnet. Es werden die jeweiligen Texte und Einstellungsgrößen etwaige Requisiten etc. eingetragen, so dass am Drehtag lediglich die einzelnen Einstellung nacheinander abdrehen

Downloads:

 


4. Treffen
Zu diesem Treffen sollen die eigentlichen Dreharbeiten stattfinden. Wenn das Storyboard fertig ist und jedem seine jeweilige Rolle zugeteilt, kann es losgehen. Wichtig, falls im Storyboard Kostüme und Requisiten eingetragen wurden, müssen diese an bei diesem Treffen vor Ort sein. Je detaillierter das Storyboard desto einfacher sind die anschließenden Dreharbeiten. Als Projektleiter sollte man immer den Überblick behalten, wer wo wann für was zuständig ist, ohne dabei die Kompetenzen der selbstgewählten Rollen der Jugendlichen zu untergraben.

 

5. Treffen
Bevor man mit dem Schneiden beginnt, ist es hilfreich einige Filmschnitt Basics zu beachten und sie gemeinsam mit den Jugendlichen kurz zu besprechen. Denn in diesem Treffen sollte der Rohschnitt des Filmes entstehen. Hierzu sollte die App iMovie gestartet werden.

Filmschnitt Bild1

Anschließend wählt man ein neues Projekt mit dem „+“ aus

Filmschnitt Bild2

und dann „Film“,

Filmschnitt Bild3

dann klickt man auf „Erstellen“ und schon kann es losgehen. In der Ansicht sieht man, das es einige Vorlagen gibt, die man Verwenden kann. Dies bezieht sich auf Einblendungen und Musikuntermalung.

Filmschnitt Bild4

Es öffnet sich ein Bildschirm, der dreigeteilt ist. Recht oben befindet sich der Browser, indem die Medien aufgerufen werden können, die im Film verwendet werden. Unten sieht man die Timeline. Und links oben ist das Kontrollfenster. Wie man  ganz unten rechts in der Ecke erkennen kann, können Film und Tonaufnahmen auch aus der App heraus gemacht werden.

Filmschnitt Bild5

Im Medienbrowserbereich kann zwischen Video, Foto und Audiodateien gewählt werden. Die dann angeklickt werden mit dem nach unten gerichteten Pfeil in die Timeline eingefügt werden können.  Ist mir die Sequenz zu lang kann ich einfach indem ich den linken gelben Rand nach rechts bewege am Anfang verkürzen oder indem ich den rechten gelben Rand nach links bewege am Ende verkürzen.

Filmschnitt Bild6

Angeklickte Videodateien können in einem Editor auf verschiedene Art und Weise bearbeitet werden. Mit dem Schnittwerkzeug können Sequenzen an einer bestimmten Stelle getrennt dupliziert oder gelöscht werden.

Filmschnitt Bild7

Mit dem Geschwindigkeitswerkzeug kann ich festlegen wie schnell oder langsam die Sequenz abgespielt werden soll.

Filmschnitt Bild8

Das Lautstärkewerkzeug reguliert, wie laut oder leise ein Clipabgespielt wird. Besonders wichtig ist dies, wenn man den Film mit Musik unterlegt. Dann muss eine gute Balance gehalten werden. Die genaue Tonabmischung sollte allerdings immer erst ganz zu Schluss gemacht werden.

Filmschnitt Bild9

Über das Textwerkzeug lassen sich Titel einfügen. Die den Film strukturieren oder Interviewte Personen genauer spezifizieren.

Filmschnitt Bild10

Mit diesem Werkzeug kann der Clip mit verschiedenen Effekten belegt werden.

Filmschnitt Bild11

Wenn der Film nun schon konkrete Züge angenommen hat, sollte man nun auch den Arbeitstitel in einen endgültigen Titel verwandeln. Wichtig bei der Festlegung eines endgültigen Titels: immer kurze und prägnante Titel wählen. Erfüllt der Film die der gewählte Titel beim Zuschauer weckt?

 

6. Treffen

In diesem Treffen wird der Film fertig bearbeitet und ein besonderes Augenmerk richtet sich hier auf die Endbearbeitung des Tones. Die richtige Musik ist bei einem Film eine sehr wichtige Komponente, um im Film eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen. Daher ist die Auswahl der Musik auch ein wichtiger Bestandteil der Nachbearbeitung. Die App bietet einige Filmmusiken an, darüber hinaus können die Teilnehmer aber auch eine personalisierte Filmmusik und etwaige Geräuschkulisse auswählen (siehe Downloads).  Wichtig ist dabei auch darauf zu achten, dass man das Thema Urheberrechte kurz anspricht und eventuell die verschiedenen freien Lizenzen betrachtet. [Optional: Mit dem Übungsblatt „Veröffentlichung- Rechte“ kann die Gruppe die jeweiligen Rechtsfragen selbst erarbeiten.]
Download:

 

Ist die Musik ausgewählt und auf dem Tablet gespeichert (entweder sucht man direkt mit dem Tablet oder man verwendet einen Macbook, welches man mit dem Tablet per USB verbindet, um die Musik mit iTunes aufs Tablet zu laden), kann sie nun ganz leicht, wie die Videos unter dem Reiter Audio ausgewählt und an der entsprechenden Stelle im Film eingefügt werden.

Man sollte genügend Zeit darauf verwenden die Musik und den O-Ton einzupegeln. Das bedeutet, dass die Lautstärke der Musik im Verhältnis zur Lautstärke des gesprochenen Wortes stehen sollte. Höchstes Gebot ist immer die Verständlichkeit des Filmtextes. Man sollte Ton-Sprünge nie abrupt machen, sondern immer mit fade out und in arbeiten. Um dies zu erreichen muss die Musik in der Timeline ausgewählt werden dann klickt man auf das Lautstärkezeichen und es erscheint unten rechts eine Option „Ein-/ Ausblenden“. Anklicken. Nun können die gelben Pfeile verschoben werden. Je nach dem wie lange  die Ein-bzw. Ausblendephase dauern soll.

Filmschnitt Bild12

Um den Film abzurunden kann mit einer zusätzlichen App „Intro Designer Lite“ (Kostenfrei im Appstore) ein Intro bzw. ein Abspann erstellt werden, der dem Film einen professionellen Anstrich verleiht.

Filmschnitt Bild13

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