Erstellung eines Zappings

Medienprojektarbeit in inklusiven Jugendgruppen

Thema: offen

Ziel: Erstellung eines Zappings (Kurzfilm, der verschiedene Fernsehsequenzen und Formate miteinander verbindet.) Vorteile dieses Formats: Es muss nicht anschlussfähig gedreht werden, da man ein Programm an einer bestimmten Stelle beendet und ein neues beginnt.

Zeit:  min. 10  wöchentliche Treffen à 1,5 Stunden

Pädagogische Ziele:

  • Reflexion (des eigenen Verhaltens, bestimmter Themen, der Medien selbst)
  • Exploration (der Lebenswelt, bestimmter Themen, Meinungsfindung)
  • Analyse und Kritik der Medien selbst
  • Sensibilisierung für das Thema Inklusion
  • Erprobung der Arbeit in heterogenen Gruppen

Gruppengröße: 4-10 Jugendliche

Anzahl der benötigten Projektmitarbeiter: min. 2

Equipment: min. 1x professionelle Kamera, Mikrofon, Kopfhörer, Schnitt-Computer inklusive Schnitt-Software,  gegebenenfalls Tablets (siehe 8. Treffen)

Vorbereitung: Absprachen mit Kooperationspartnern besonders in Bezug auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer, Auswahl der Gruppe (in Kooperation mit Projektpartner), Auswahl der Projekträumlichkeiten, Einverständniserklärungen (Bildrechte müssen bei Eltern eingeholt werden)

Nachbereitungszeit:  Filmschnitt, Organisation einer Premierenfeier, etc. ca. 30 Stunden ja nach Länge



1. Treffen:

Im ersten Treffen sollte immer zunächst einmal ein kleines „Kennenlernspiel“ durchgeführt werden, damit sich alle Projektbeteiligten kennenlernen. Dies ist umso wichtiger, da man die verschiedenen Jugendlichen und deren etwaige Förderbedarfe zunächst (über die Absprache mit den jeweiligen Kooperationspartnern und den Betreuungs- und Lehrpersonen vor Ort hinausgehend) kennenlernen sollte. Weiterhin kann durch ein aufgelockertes spielerisches Miteinander ein Vertrauen aufgebaut werden zwischen Projekteteilnehmern und Projektmitarbeitern.

Zur Sensibilisierung der Jugendlichen in Bezug auf das Thema Medien wird zunächst das Wort „Medien“ erklärt und anschließend das Mediennutzungsverhalten der Gruppe erfragt. Anschließend wird durch eine „Hierarchisierung“ herausgefunden, welche Medien von den Jugendlichen warum genutzt werden.

Danach werden Film- und Fernsehsendungsformate (Nachrichten, Spielfilm, Krimi, Sportschau, Soap, Reality-TV, Werbung etc.) gesammelt und in einer Mindmap kategorisiert. Aus diesem Pool werden später die Videosequenzen für das Zapping zusammengestellt.

Dann folgt die medienpraktische Einführung. Sie umfasst die Einführung in die verschiedenen Einstellungsgrößen und Kameraperspektiven und ihre Funktionen. (Unterrichtsmaterial und Planung der Einheit finden Sie hier.)

Download:
• Kennenlernspiele
Quiz Einstellungsgrößen


2. Treffen

Es werden in einer thematischen Einheit die Grundlagen für einen inhaltlichen Anreiz gesetzt. Das Thema der Einheit ist die Menschenwürde und Vorurteile gegenüber dem Fremden und Unbekannten, was auf das Thema Inklusion als solches verweist.

Die Einheit besteht aus mehreren, methodisch verschiedenen Übungen.

Download:
• Übungen zu Vorurteilen und Menschenwürde


3. Treffen

In dieser Einheit wird versucht die thematischen Anregungen (Menschenwürde, Inklusion, Vorurteile, respektvoller und sozialer Umgang miteinander) in verschiedenen Sendungsformaten auszudrücken.

Die Jugendlichen sollen in einem Brainstorming zunächst alle Ideen äußern. Danach wird anhand von Umsetzbarkeitskriterien eine überschaubare Anzahl an Formaten ausgewählt. Wichtig hierbei ist immer darauf zu achten, dass die Gruppe die Entscheidung in einem demokratischen Prozess gemeinsam trifft.

Einige Beispiele:

Werbespot: Es kann ein berühmter Werbeslogan so verwendet werden, dass er für eine Menschenrecht oder Respekt wirbt anstatt für ein Produkt.

Talkshow: In einer Talkshow kann sich ein Experte für Inklusion aussprechen.

Kindersendung: Menschenwürde wird als Begriff in einer Sendung für Kinder (z.B. eine Art „Sendung mit der Maus“ oder „Löwenzahn“) erklärt.

TIPP: Sequenzen sehr kurz halten, um so eine maximale Anzahl von unterschiedlichen Formaten zu erreichen.


4. Treffen

Nun da die grundlegenden Inhalte des Filmes feststehen wird in einer Storyboard-Session festgelegt, wie die einzelnen Sequenzen gedreht werden. Diese Einheit ist für die Jugendlichen meist die schwerste, da sehr konzentriert und detailliert daran gearbeitet werden muss, wie die Bilder beschaffen sein müssen, damit sie ihre Geschichte erzählen können. Es empfiehlt sich die Gruppe in zwei oder drei Kleingruppen zu trennen, so dass diese jeweils 2-3 Formate bearbeiten kann.


5.-8. Treffen

In diesen Einheiten wird tatsächlich nur gefilmt. Es empfiehlt sich je nach Drehplan und Ausrüstung an zwei Formaten gleichzeitig zu arbeiten. Falls Sie zum ersten Mal ein Filmprojekt durchführen gibt es einige Leitsätze, die man beachten sollte.

TIPP: Falls der Gruppe ein iPad zur Verfügung steht kann das Format „Trailer“ eingebaut werden. Mit der App „iMovie“ lassen sich in kurzer Zeit sehr hochwertige Trailer erstellen zu verschiedenen Schwerpunkten (Horror, Abenteuer, Reisen, Action etc.). Diese Vorlagen können dem eigenen Thema problemlos angepasst werden. Vorteil: Die Umsetzung verläuft sehr schnell, da das Storyboard schon vorgegeben ist und man lediglich die Bilder einfüllen muss und die einzelnen Einstellungen sind nur sehr kurz und müssen nicht anschlussfähig sein.

Download:
• Leitsätze Filmprojekte


9. Treffen

Sichtung des Materials: In der Gruppe wird nun die Gesamtheit des Materials begutachtet, die Reihenfolge festgelegt und bestenfalls ein Rohschnitt angelegt.

(Nachbearbeitungsphase der Projektmitarbeiter: Da mit größeren Gruppen die Schnittarbeit und vor allem auch die Arbeit mit Musik und Geräuschen schwierig werden kann, da es langwierig und oftmals auch langweilig wird, weil nur 1-2 Jugendliche mitarbeiten können, empfiehlt es sich die Musik von einer Kompetenzgruppe auswählen zu lassen (Arbeitsblatt). Wichtig ist dabei immer auf Musik zurückzugreifen, die kostenfrei ist und auf die Rechte zu achten. Der Feinschnitt und etwaige Animationen müssen oft aus Zeitgründen von der Medienprojektkraft im Nachgang durchgeführt werden. So können kleine Fehler bei der Wahl der Einstellung oder auch etwaige schlechte Beleuchtung u.ä. mit Hilfe der richtigen Software ausgeglichen werden.

Download:
• Kompetenzteam Musik und Geräusche
• Rechte


10. Treffen

Premiere: Es kann eine kleine Premierenfeier in der jeweiligen Institution gefeiert werden. Bestenfalls kann man ein lokales Kino mieten und dort eine Vorführung organisieren. Eltern und Freunde sollten frühzeitig eingeladen werden.

TIPP: Falls während der Dreharbeiten Leerläufe für einige Teilnehmer auftreten sollten, kann man diese immer mit dem Entwurf eines Premierenplakates oder des DVD-Covers betrauen.


Modulationsmöglichkeiten:

Natürlich kann ein Zapping auch in einem kleineren zeitlichen Rahmen umgesetzt werden. Dann sollten die Jugendlichen kleine Formate oder nur Formatschnipsel wählen.

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