Erstellung eines Intros/Outros

Thema: offen

Ziel: Erstellung eines Intros mit Kamera/Digicam/Tablet

Zeit: ca. 1-2 Stunden

Pädagogische Ziele:

  • Reflexion zu Filmtechnik
  • Erprobung der Arbeit in heterogenen Gruppen
  • Erwerb von Kompetenzen im Umgang mit Kamera/Digicam/Tablet
  • Verbesserung der Fähigkeiten in Bereich Texterstellung
  • Steigerung der Teamfähigkeit

Gruppengröße: max. 5 Kinder oder Jugendliche pro Tablet

Anzahl der benötigten Projektmitarbeiter: bestenfalls eine Betreuungskraft pro Gruppe

Equipment: Kamera/Digicam/Tablet, Schnittcomputer und Software, je nach Tricktechnik: Bastelutensilien (Kleber, Stifte, Plakate), Knete, Mikrofon(-Attrappe)

Vorbereitung: variierend je nach Technik

Nachbereitungszeit:  Schnitt und Export des Intros/Outro und Einarbeitung in den Hauptfilm


Intros dienen im Film als Einführung für den Zuschauer. In Outros können die Kernaussage des Filmes nochmals zusammengefasst und eventuell ein Appell an den Zuschauer gerichtet werden. Speziell im Kontext der Projektarbeit können sowohl Intro, als auch Outro dazu verwendet werden die Projektgruppe, die den Film erstellt hat vorzustellen. In der Projektpraxis ist die Arbeit an den Intros/Outros wichtig, da sie am Ende eines Projektes stehen und nochmals alle Teilnehmer als Team beanspruchen.

Oftmals sind in größeren Projekten verschiedene Teilgruppen mit unterschiedlichen Dingen betraut und arbeiten nicht gemeinsam. Für diese abschließenden Arbeiten müssen alle gemeinsam an einem Strang ziehen, um den Film abzurunden.
Die 5 aufgeführten Techniken sind sowohl für die Erstellung von Intros, als auch Outros geeignet. Die Intro/Outro-Erstellung erfolgt erst nach der Fertigstellung der Dreharbeiten des Hauptfilmes. Als ersten Schritt in dieser Arbeitsphase in einem Filmprojekt sollte der Titel des Filmes festgelegt werden (falls dies noch nicht geschehen sein sollte). Um mit der Arbeit am Intro/Outro zu beginnen zu können, müssen zunächst die Texte für selbiges erstellt werden.

Download:

Die Techniken 2.- 5. können auch mithilfe eine Storyboards umgesetzt werden. Da das Intro/Outro allerdings rechts kurz ausfällt, ist dieser Arbeitsschritt oft nicht nötig.


1. Lege/Tafeltrick:  !
Auch wenn man keinen Trickfilm mit einer Jugendgruppe erstellt hat, kann es reizvoll sein das Intro oder Outro mit der Legetrick oder Tafeltricktechnik zu gestalten. Diese Technik eignet sich vor allem, um einen Titel im Intro zu animieren und man kann damit ein ganz simples Outro erstellen, indem man lediglich das Wort „ENDE“ animiert.

Und so wird’s gemacht: Der Titel des Filmes wird Buchstabe für Buchstabe aufgebaut. Es können dabei Buchstaben aus Papier/Pappe oder Knete gebastelt werden. Wenn die Zeit allerdings knapp ist, kann auch an der Tafel , auf einem Plakat oder am Computer geschrieben werden. Wichtig dabei immer: Die Fläche auf der die Buchstaben erscheinen, darf sich während der Arbeiten nicht bewegen, ebenso wenig, wie die Kamera, mit der aufgenommen wird.

Die Technik ist kinderleicht. Man beginnt mit einem Foto der leeren Fläche. Dann malt/legt man den ersten Buchstaben –  und schießt ein Foto. Dann folgt der zweite Buchstabe – Foto usf. bis schlussendlich der Titel vollständig im Bild ist. Am Ende können beispielsweise noch ein paar Verzierungen (Blumen, Smilies, Herzen, je nach Thema passend) gemacht werden, die dann auch per Foto wie von Zauberhand auf der Fläche erscheinen. Will man einen ganzen Satz auf diese Art und Weise darstellen, können auch nur die einzelnen Worte nacheinander „erscheinen“.

Benutzt man das Tablet und  eine entsprechende Stop Motion App entsteht der Film von allein. Hat man allerdings nicht mit Tablet gearbeitet, sondern mit einer ganz normalen Kamera oder einer DigiCam,  muss dieser Schritt in den Schnitt verschoben werden. Mit welchem Schnittprogramm man arbeitet spielt dabei keine Rolle. (Allgemeine Tipps für den Filmschnitt finden Sie hier). Die Bilder müssen nur eingefügt und ohne Übergänge alle gleichlang zu sehen sein, damit der Film „rund“ läuft und keine Verzögerungen entstehen. Soviel zum technischen Aspekt des Lege/Tafeltrick.

Medienpädagogisch hat diese Technik einen Vorteil: Es kommt besonders auf eine gute Teamleistung an. Nur wenn jeder konzentriert mit dem anderen kooperiert, kann ein gutes Ergebnis entstehen.

Die Möglichkeiten in der Gruppe die Rollen zu verteilen sind vielfältig. Es empfiehlt sich während der Aufnahmen nicht den Kameramann zu wechseln, da das oft mit dem Anstoßen der Kamera verbunden ist und man nicht den gleichen Bildausschnitt aufnehmen kann. Allerdings können diejenigen, die die Buchstaben legen oder schreiben durchwechseln, so ist gesichert, dass alle Teilnehmer am Verfahren beteiligt sind. Es können auch noch zwei weitere Rollen vergeben werden. Einen „Regisseur“, der immer darauf achtet, dass alle Finger aus dem Bild sind und daher immer vor der Aufnahme „Finger weg!“ sagt. Er ist am besten hinter den „Kameramann“ zu positionieren, damit er sowohl die Schreiber, als auch den Bildausschnitt im Blick hat. Die zweite Rolle ist der „Kamera-Assistent“ der sobald das Bild klar ist, das endgültige Kommando gibt: „Und jetzt Foto!“. Dann drückt der Kameramann den Auslöser.


2. Stoptrick: !

Bei diesem Trick erscheinen nicht die Buchstaben oder Worte wie von Zauberhand nacheinander im Bild, sondern die Projektteilnehmer selbst. Zunächst ist von Bedeutung, dass ein kleiner Einführungstext verfasst wird, der dann mit verteilten Rollen aufgesagt werden kann. Dabei können die Jugendlichen entweder einen ganzen Satz, einen Teilsatz oder auch nur ein Wort übernehmen. Auch eine Mischung aus allen Varianten kann sehr ansprechend sein. Die Teilnehmer müssen nun einer nach dem anderen jeweils ins Bild „fliegen“  und ihren Text sprechen.

Wichtig: Die erste Aufnahme ist immer eine vom Setting ohne Sprecher, dann kommt der erste Sprecher. Wenn er fertig ist, sollte der Regisseur (oder aber die Projektleitung) schnippen, das ist das Zeichen, dass Sprecher 1 einfrieren muss, bis Sprecher 2 das Bild betreten hat und die Kamera wieder läuft. Erst wenn Sprecher 2 gefilmt wird, darf sich Sprecher 1 wieder normal bewegen. Während die Sprecher ins Bild gehen, kann die Kamera ausgeschaltet werden. Erst wenn der Sprecher in Position steht wird abermals geschnippt und die Kamera läuft wieder. Der Text wird gesprochen und die Sprecher, die zuvor im Bild waren, dürfen sich wieder normal bewegen. ACHTUNG: Nach dem schnippen immer mindestens 3 Sekunden lang die Aufnahme laufen lassen, bis man loslegt, damit im Schnitt genug Material zum Überblenden vorhanden ist.


3. Das Fliegende Mikro: !

Bei diesem Trick wird dem Zuschauer suggeriert, dass sich die Moderatoren das Mikro zuwerfen. Diese Technik ist besonders dann passend, wenn der Hauptfilm eine Reportage ist, in der das Mikrofon für Interviews genutzt wurde. Das Hintergründe vor denen die Moderatoren präsentieren sollten möglichst stark variieren, damit es so aussieht, als wäre das Mikrofon sehr weit geflogen, sie können auch die gleichen Schauplätze aufgreifen, die im Film gezeigt werden.

VORSICHT: Am besten verwenden sie kein echtes Mikro, da es immer vorkommt, dass man mal daneben greift. Hier finden Sie eine Anleitung, wie man ein Mikrofon selbst basteln kann: http://www.helpster.de/mikrofon-basteln-so-gelingt-das-spielzeug-fuer-kinder_116827 (Tipp: Um das Mikro besser fangen zu können empfiehlt es sich anstatt eine Klopapierrolle das Innere einer Küchenrolle zu verwenden und in der Rolle ein Gegengewicht zur Knete einzubauen.)


4. Wer kommt denn da ins Bild? !

Dieser Variante ist vor allem in Projekten mit Kindern interessant. Der Text wird auch hier, wie bei den vorangegangenen Techniken auf mehrere Sprecher verteilt. Die Kinder erscheinen in den aufeinander folgenden Einstellungen immer aus anderen Richtungen im Bild. Mal Spitzen sie hinterm Stuhl, mal hinter der Tür hervor, mal hängen sie sich von oben ins Bild etc. Dabei spielt es keine Rolle, ob man immer am gleichen Schauplatz dreht mit einer feststehenden Kamera oder ob man an wechselnden Settings arbeitet.
Einstellungsgrößen: Nah, Halbnah


5. Lauf rein – lauf raus: !

Bei dieser Technik sprechen alle Jugendlichen gemeinsam einen einführenden oder abschließenden Satz und laufen dann entweder auf die Kamera zu oder von der Kamera weg.

 

Advertisements