Die Theatergruppe

Die Theatergruppe der Freizeitgruppen in der Lebenshilfe St. Wendel besteht seit vielen Jahren. Sie wird dort betreut und geleitet von Doris Kreitner.

Ab Januar 2017 ist diese Gruppe in das Projekt „Es geht auch anders“ eingebunden. Es gab mehrere Vorgespräche, um sich über Ziele, Methoden, das Vorgehen und die Gruppenzusammensetzung abzustimmen.

Die Theatergruppe setzt sich im Jahr 2017 zusammen aus insgesamt 12 Personen. Davon 7 Jugendliche mit und ohne Behinderung (Alter zwischen 14 und 20 Jahren), sowie 5 ältere Menschen mit Behinderung (Alter zwischen 53 und 59  Jahren). 9 Personen leiden an unterschiedlichen Behinderungen (geistig, körperlich) und sind auch mehrfach eingeschränkt.

Die Gruppe trifft sich regelmäßig alle 2 Wochen in den Räumen der Lebenshilfe  und wird nun von 2 Personen (Doris Kreitner, Thomas Döring) betreut.

2017 gab es 22 Treffen und 2 Veranstaltungen, bei denen die Gruppe selbst auftrat. Ebenso gab es Besuche und Fahrten zum Adolf-Bender-Zentrum, zum Schaumberg und nach Alsweiler zum Treffen der Freizeitgruppen. In der Zeitung der Lebenshilfe wurde über das Projekt berichtet. Zu allen 3 Bildungsbausteinen wurde in der Gruppe gearbeitet.

Baustein „Medien und ihre Nutzung“

Wir haben uns besonders über die „Neuen Medien“ (digital, interaktiv) ausgetauscht, darüber geredet, welche wir kennen und wie wir sie nutzen.  Es ging auch um die Klärung, was „Medien“ überhaupt sind und was sie unterscheidet (z.B. Fernsehen und Internet), wann sie zum Einsatz kommen.

In der Gruppe sind Wissen, Interesse und Kenntnisse über diese Neuen Medien sehr unterschiedlich. Gerade die Jüngeren haben mehr Interesse und Wissen als die Älteren. So haben wir in der Gruppe verabredet, dass jemand, der viel Wissen hat (hier: Benny), in einer eigenen kleinen Ausstellung allen mitgebrachte Geräte präsentiert, erklärt, Fragen beantwortet. Er zeigte und erklärte z.B. sein Smartphone, Tablet, Bluetooth-Box (Lautsprecher, der ohne Kabel funktioniert).

Die Geräte haben wir dann später bei weiteren Gruppentreffen auch eingesetzt. Wir haben uns mit dem Smartphone gefilmt und uns später vertonte Aufnahmen angeguckt.

Es wurde aber auch Unzufriedenheit mit der eigenen Mediennutzung geäußert. Das „Zuviel“, die „permanente“ Erreichbarkeit wurde beklagt und dass man ja selbst entscheiden könnte, z.B. das Smartphone stumm oder ganz abschalten zu wollen.

Ein Thema war „Leichte Sprache“ bei der Internetnutzung. Zu klärende Fragen waren: Woran erkennt man Seiten mit leichter Sprache und wo findet man sie überhaupt? Was heißt „Leichte Sprache“, für wen ist sie geeignet?

Ein wichtiges Thema war, ob Fotos und Filme der Gruppe im Internet (z.B. Facebook) gezeigt werden sollen oder nicht. Die Gruppe war sich nicht einig darüber. Also haben wir erst einmal „Nein“ gesagt! Aber wir haben uns dafür entschieden, Fotos von uns ins Netz zu stellen, auf denen nur unsere Hände oder Füße zu sehen sind. Die Fotoserie heißt daher auch „mit Händen und Füßen“.

Baustein „Meinung und Vorurteile“

Ein Thema in der Gruppe war die „Homoehe“. Das hatten einige Gruppenteilnehmer selbst angesprochen. Es wurde auch einige Zeit im Fernsehen darüber berichtet, im Internet wurde in der Gruppe nicht danach gesucht. Also klärten wir auf,  was man darunter überhaupt versteht.

Die meisten Gruppenmitglieder waren gegenüber der Homoehe positiv eingestellt, „jeder sollte das Recht haben, zu heiraten“, wurde oft gesagt. Es ging später auch um die Frage, was für jeden in der Gruppe zu einer „guten“ Beziehung gehört und was nicht. „Zusammenhalt“, „Vertrauen“, „Für-einander-da-sein“ wurde z.B. genannt. Die sehr persönlichen Beiträge werden hier nicht erwähnt.

Ein Thema war auch der Umgang mit Barrieren, Hindernissen. „Wann sind die Türen für einen zu“? war eine Frage, die in der Gruppe behandelt wurde. Es wurde auch darüber diskutiert, ob man selbst nun diese Türen aufmachen kann oder nicht. Was tue ich dann selbst und was mache ich, wenn der Frust hochsteigt?

Baustein „Kunst und Theater“

Lied „Glück ist so oder so“

Die Gruppe komponierte zusammen mit einem Musiker das Lied „Glück ist so oder so“ und verfasste mit Hilfe von Doris Kreitner den Liedtext.

Dazu haben wir uns in der Gruppe darüber unterhalten, was wir unter Glück verstehen und wann wir selbst glücklich waren. Wie hat es sich gezeigt, angefühlt? Was gehört dazu?  „Freundschaft, Zusammenhalt, für einander da sein, jemanden zu haben, den man liebt“, das waren einige Antworten.

Bei der Frage, wie sich denn das Glück bei jedem einzelnen in der Gruppe zeigt, haben wir gelacht, dass die Wände wackelten. Warum und wie es dazu kam, weiß keiner mehr so richtig.

Das Lied haben wir bei zwei Festabenden aufgeführt. Einmal beim Fest des Musikvereins Niederlinxweiler vor ca. 120 Leuten, einmal beim Poesieabend in der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle vor ca. 40 Besuchern. Beim ersten Besuch wurde zusammen mit 4 Musikern vorher geprobt.

„Mit Händen und Füßen“

Es gab ein Treffen mit dem Fotografen Dr. Burkhard Schiffler, der die Gruppe besuchte. Gruppen-  und Einzelfotos der Teilnehmer wurden gemacht. So wurde getanzt, gesprungen, gegenseitig gehalten und gelacht. Die Gruppenmitglieder zeigten sich mit Töpfen, Sieben, Papierhüten, dabei lässig-rauchend mit langen Stielen oder Stäben.

Danach diskutierte die Gruppe, ob sie nun diese Fotos ins Netz stellen will oder nicht.

Die Fotos wurden vor einigen Monaten gemacht, die Gruppe ist sich aber noch nicht einig.

Die Idee war, erst einmal einige Fotos ins Netz zu stellen, auf denen erst einmal keine Person direkt erkennbar ist. Daher heißt diese Fotoserie “ Mit Händen und Füßen“.

Wir berichten weiter darüber.

Fotoschnitt1

Fotoschnitt2

 


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